Die Empörung über den Einzug der AfD in den Bundestag ist groß. Vor allem richtet sich die Wut vieler gegen die Wähler der rechtspopulistischen Partei.

Weil die AfD bei der Bundestagswahl nach ersten Hochrechnungen rund 13 Prozent der Stimmen geholt hat, herrscht in den sozialen Netzwerken Ausnahmezustand. In meiner Filterblase zumindest dominiert das „Entsetzen“. Man ist sich einig, wie böse und wie rechts die AfD doch sei und dass das doch alles „Arschlöcher“ seien. Wer die wählt, ist entweder dumm oder selbst Rassist – so eine gängige Meinung.

Dabei hat sich dieser Wahlausgang seit Monaten abgezeichnet. Wer jetzt schockiert tut, ist entweder ein Träumer oder kann keine Umfragen lesen. Die AfD wird durch Wutpostings, Solidaritätsbekundungen oder trotzige Durchhalteparolen nicht wieder verschwinden. Im Gegenteil. Wenn man ihr Klientel weiter isoliert und stigmatisiert, stärkt man die Partei nur noch mehr. Deshalb sind reflexhaften Reaktionen vielleicht gut gemeint, aber eben nicht sehr klug.

Das Einzige, was helfen kann, sind gute Argumente und eine ernsthafte Auseinandersetzung mit den Themen, die sie für ihre Wähler interessant macht. Wer das aus ideologischen Gründen ablehnt, darf weiter träumen und sich bei der nächsten Wahl wieder über die harte Realität empören.